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Intraokulare Linse mit verstärkter chromatischer Aberration zur Erweiterung der Schärfentiefe für die Therapie der Presbyopie (Altersweitsichtigkeit)

Intraokulare Linse mit verstärkter chromatischer Aberration zur Erweiterung der Schärfentiefe für die Therapie der Presbyopie (Altersweitsichtigkeit)
Contact:

Prof. Dr. Gerd Auffarth, Universitäts-Augenklinik, Universität Heidelberg.

Prof. Dr. Wilhelm Stork, Institut für Technik der Informationsverarbeitung, KIT.

Project Group:

Medical Technology for Health

Startdate:

01.01.2017

Enddate:

31.12.2017

Abstract

Intraokulare Linsen (IOL) werden heute zur Therapie der Katarakt (Grauer Star) in Millionen Anzahl implantiert.
Bedingt durch das Implantationsverfahren kann die Kunstlinse durch den Augenringmuskel nicht mehr komprimiert werden. Dadurch fällt die Akkomodation auf Nah und Fern weg. Das Hilfsmittel des Gleitsichtglases zur Kompensation der Presbyopie wird aber von vielen Menschen nur ungern akzeptiert. Es gab daher in den letzten 20 Jahren viele Versuche die Schärfentiefe des Auges zu erweitern. Die bislang erreichten Lösungen der Multifokallinsen oder der neueren EDOF Linsen (Extended Depth of Focus) verursachen alle entweder einen Kontrastverlust durch Streulicht oder eine schlechtere Sehschärfe durch Aberrationen.
Für die Augenoptik wurde bislang noch nie das Konzept der Schärfentiefeerweiterung durch chromatische
Aberrationen betrachtet. Das Auge hat bereits eine chromatische Aberration von 2 Dptr., die zu Farbsäumen an Kanten führen müsste, die wir aber nicht wahrnehmen. Infolgedessen wollen wir eine Kunstlinse untersuchen, die durch diffraktive Strukturen eine verstärkte chromatische Aberration aufweist. Der verstärkte Chromasiefehler verursacht nicht nur eine Schärfentiefeerweiterung sondern auch eine verstärkte Queraberration, die man durch Farbsäume von schlecht korrigierten Ferngläsern kennt. Die Antragsteller gehen nun davon aus, dass die Rezeption von Retina und Gehirn den Chromasiefehler korrigieren können, weil sie das ja bereits beim natürlichen Chromasiefehler auch tun. Sollte sich der Gedanke bewahrheiten, ließe sich eine intraokulare Linse entwerfen, die nicht nur den Katarakt therapieren kann sondern auch die Presbyopie, die alle Menschen über 45 betrifft. Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt stetig. Der Anteil von älteren und aber noch aktiven Menschen werden dadurch größer. Daher würde eine funktionelle Pseudoakkomodation ohne Nebenwirkungen die Lebensqualität von Menschen ab 45 signifikant verbessern.