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Extreme Klimaereignisse in historischer Vergangenheit – Eine komplementäre Betrachtung anhand geologischer und historischer Archive

Extreme Klimaereignisse in historischer Vergangenheit – Eine komplementäre Betrachtung anhand geologischer und historischer Archive
Ansprechpartner:

Dr. Tobias Kluge, Institut für Umweltphysik, University of Heidelberg

Prof. Thomas Neumann, Institut für Angewandte Geowissenschaften, KIT

Projektgruppe:

Nature, Technology, Society

Starttermin:

01.01.2016

Endtermin:

31.12.2016

Summary

Das Forschungsprojekt „Check Extrema“ hatte zum Ziel, hydrologische Extremereignisse anhand von geologischen und historischen Archiven des süddeutschen Raums zu identifizieren und in ihrer Stärke zu quantifizieren. Im Vordergrund stand die Fragestellung, ob und wie Extremereignisse in geologischen Archiven aufgezeichnet wurden und welche historischen Überlieferungen objektivere Informationen darüber liefern. Im Rahmen des Projekts wurden historische Aufzeichnungen des Staats- und Stadtarchivs in Nürnberg mit hochaufgelösten Zeitreihen geochemischer Proxies in Stalagmiten der Fränkischen Schweiz und der Bayerischen Alpen ausgewertet.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass im Falle geeigneter lokaler Bedingungen kurzfristigere klimatische Schwankungen auf Jahresskala im Stalagmiten sichtbar sind. Zum Beispiel sind kühlere Jahre mit erhöhtem Winterniederschlag, welche Frühjahrüberschwemmungen begünstigen, durch deutlich negativere Sauerstoffisotopenwerte sichtbar. Des Weiteren können Spurenelemente wie Sr, Mg und Fe Indikatoren für Starkniederschlagsereignisse sein. Alternativ zu den typischerweise verwendeten Chroniken wurden Ratsprotokolle als objektivere Informationsquelle bezüglich klimatischer Extreme untersucht. Diese dokumentieren Überschwemmungen mit ihrer Relevanz für die Stadt und geben zum Teil sehr genauen Aufschluss über deren Folgen. Ein Abgleich der Informationen aus der reichsstädtischen Verwaltungsüberlieferung mit der örtlichen Hochwasserchronologie und den geochemischen Stalagmitdaten ermöglicht eine detaillierte, objektivere Zusammenstellung der Ereignisse und stellt die Grundlage für die Übertragung der Methodik auf erweiterte Fragestellungen im historisch/archäologischen Forschungsbereich und der Paläoklimarekonstruktion dar.